Cranio Sacrale Körperarbeit

 Karin Nigitz

Die Cranio Sacrale Körperarbeit

Was bedeutet CranioSacral

CranioSacral Behandlung ist eine sanfte, manuelle Form der Körperarbeit, die mit anderen Methoden kombiniert werden kann. Sie gibt dem Körper die Möglichkeit, sich selbst zu regenerieren und neu auszurichten.

Es geht dabei um die Gesunderhaltung des Körpers und um die Unterstützung der Heilungsprozesse bei Therapien.

 Diese Behandlungsform kann bei Menschen jeden Alters (vom Neugeborenen bis hin zum betagten Menschen) angewendet werden, sogar wenn diese in sehr schmerzvollem oder gebrechlichem Zustand sind.

Gearbeitet wird - nur mit den Händen - vorwiegend am Kopf bzw. Schädel (Cranium), Rumpf und Kreuzbein (Sacrum), daher die Bezeichnung CranioSacral. Dabei kann an verschiedenen Stellen oder auch längere Zeit an einer Stelle dem CranioSacral-Rhythmus „gelauscht“ und das CranioSacrale-System mit spezifischen Techniken harmonisiert werden. Diese feinen Impulse, welche eine Eigenregulierung des Körpers einleiten, unterstützen auf dem Weg zur Heil- und Ganzwerdung in allen Aspekten unseres Seins: auf der physischen, emotionalen, mentalen und spirituellen Ebene.

Mit der CranioSacralen Arbeit, welche verschiedene Körpersysteme gleichzeitig unterstützt, wird der Körper von außen nach innen entspannt.                                Der ausgeglichene CranioSacral-Rhythmus verbessert in der Folge die Homöostase, die Aufrechterhaltung des inneren Milieus. Der harmonischere Rhythmus vom Zentrum zur Peripherie hilft Blockaden von innen nach außen aufzulösen.

Der Klient liegt ca. 45-60 Minuten in Alltagsbekleidung (es kann auch bequeme Bekleidung mitgebracht werden) auf dem Massagetisch. Die Anwendung erfolgt durch sehr sanfte Berührungen, die am Kopf etwa 1-3 Gramm leicht sind.

Entstehung des CranioSacral-Rhythmus

Zum CranioSacral-Rhythmus gibt es verschiedene Erklärungsmodelle. Eine der Theorien, die des halbgeschlossenen, hydraulischen Liquordrucksystems, geht davon aus, dass Volumenschwankungen der Hirnflüssigkeit (Liquor) die Schädelknochen bewegt und den CranioSacral-Rhythmus bewirkt, der mit ca.   6-12 Zyklen pro Minute im ganzen Körper palpiert werden kann.                       Dieser Rhythmus ist den anderen körpereigenen Rhythmen wie Atem oder Herzschlag übergeordnet und nach den Worten seines Entdeckers Dr. Sutherland direkter Ausdruck des „Atems des Lebens“. Er ist vergleichbar mit Ebbe und Flut.

Ursprung der CranioSacral Behandlung

Der Ursprung der CranioSacral Behandlung liegt in der Osteopathie, die von     Dr. Andrew Taylor Still (1828-1917) begründet wurde. Die Weiterentwicklung erfolgte durch den amerikanischen Osteopathen Dr. William Garner Sutherland (1873-1954). Er stellte fest, dass die einzelnen Schädelknochen beim gesunden Menschen an ihren Berührungsstellen, den Schädelnähten, nicht zusammenwachsen, sondern als gelenkige Verbindungen erhalten bleiben und sich somit bewegen.

Der amerikanische Forscher und Osteopath Dr. John Upledger (1931-2012) hat gemeinsam mit einem Forscherteam an der Universität von East Lansing in Michigan die Bewegungen an den Schädelnähten mit Laser ausgemessen und bewiesen. Außerdem konnten sie an zahlreichen frischen Gewebeproben nachweisen, dass sich in den Nähten feine Blutgefäße, Nervenfasern sowie Bindegewebsfasern befinden. Der Beweis also, dass die Schädelnähte nicht verknöchert sind.

Anwendungsbereiche

Einige Beispiele: funktionale Störungen des Bewegungsapparates, Erschöpfungszustände, Kopfschmerzen, Migräne, Stress, Burn-out-Syndrom,  Schlafstörungen, Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten, Verarbeitung von körperlichen und seelischen Traumatas,…..

Literaturnachweis

Löwe, Ramraj Ulrich: CRANIOSACRALE HEILKUNST. Kamphausen: Aurum Verlag 2006.

Agustoni, Daniel: Craniosacral-Rhythmus. Praxisbuch zu einer sanften Körpertherapie. München: Kösel – Verlag 2006.